Jugendgruppe
24-Stunden-Seminar 2007
Fotos: Florian Kollmann, Erwin Hebenstreit, Christoph Hellrigl, Peter Luger
"24-Stunden-Tage" sind seit geraumer Zeit der letzte Trend bei Österreichs Jugendfeuerwehren, auch die FF Traun wollte diesem Trend folgen, jedoch war unser klares Ziel nicht alleine der ohnehin große Spaßfaktor für die Jugendlichen, sondern vor allem der praktische Ausbildungsnutzen, der die jungen Feuerwehrmänner auf Ihre Zukunft vorbereitet.
Ein Team von rund 10 aktiven Mitgliedern der FF Traun, bestehend aus Kommandomitgliedern, Jugendbetreuern und Helfern, bereitete schon lange Zeit im Voraus ein detailliertes Konzept für diese 24 Stunden vor, beginnend am Samstag, den 30. Juni 2007 um 13:00 Uhr bis Sonntag, den 01. Juli 2007 um 13:00 Uhr. Dabei galt es nicht nur, die zu meisternden "Einsätze" mit großer Sorgfalt auszuwählen und zu planen, sondern auch die gesamte Logistik für Verpflegung und Ausrüstung bereitzustellen. Mit einigen Foto- und Videokameras wird das gesamte Seminar aus den verschiedensten Winkeln dokumentiert, um alles bestmöglich festzuhalten.
Dass am "Tag X" einige Teilnehmer (unter ihnen übrigens auch zwei Jungfeuerwehrmänner der FF Hörsching mit deren Betreuern) schon lange vor Beginn des Seminars im Trauner Feuerwehrhaus anwesend waren, zeigt, mit welcher Vorfreude sie an diese Herausforderung herangingen.
Pünktlich um 13:00 Uhr des ersten Tages wurden sodann die insgesamt 15 Jugendlichen in Ihre Tätigkeit eingewiesen, die sie die nächsten 24 Stunden begleitet, wie zB. die Einteilung auf einem Einsatzfahrzeug, die Besetzung der Funkstelle, die Funktion des Einsatzleiters, die Ausbildung an den Fahrzeugen und Geräten uvm. Um Langeweile vorzubeugen, wurden die Einteilungen nach jedem Einsatz gewechselt, so konnte jeder die unterschiedlichsten Funktionen "durchspielen". Die größte Freude bereitete den Jungs wahrscheinlich, dass sie – wie im echten Feuerwehrleben – einen Funkrufempfänger erhielten, über welche sie später stilgerecht alarmiert wurden. Die Unterkunft wurde im großen Schulungsraum der Trauner Feuerwehrzentrale bezogen, mittels Feldbetten und sonstiger Ausstattung wurde dieser in eine große Unterkunft umfunktioniert.
Einsatz! Die
Piepser-Alarmierungen überschlagen sich, Hektik bricht aus, jeder rätselt, was
jetzt auf ihn zukommt…Über "Florian LFK" (gespielt durch einen aktiven
Feuerwehrmann) wird ein "Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen" beim
Jugendfeuerwehrhaus gemeldet. Hastig laufen die Neo-Feuerwehrmänner in voller
Uniform zu den ihnen zugeteilten Fahrzeugen und machen sich auf den Weg zur
Einsatzstelle einige hundert Meter entfernt. Zu jedem Fahrzeug sind auch aktive
Feuerwehrmänner zugeteilt, die den Jungs mit Rat und Tat zur Seite stehen. Der
Einsatzleiter, selbst Jungfeuerwehrmann, macht sich ein Bild über die Lage, zwei
Personen sind im stark deformierten Fahrzeug eingeklemmt und verletzt. Mit
großer Professionalität arbeiten sich die Jugendlichen – jeder in seiner
Zuteilung, zB. als Rettungstrupp oder Sicherungstrupp, zu den Verletzten vor und
können diese schon bald aus dem Fahrzeug befreien. Nach Einsatzende lässt man
das Vergangene Revue passieren. Schon jetzt zeigt sich, dass die Ausbildung in
der Jugendgruppe großen Wert hat, die Jugendlichen arbeiten mit viel Wissen und
Können.
Zur Abwechslung folgt nun nach dem Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft ein Fußballspiel am Oedter See, gefolgt vom Abendessen - Spaghetti. Dann ist es wieder soweit, eine Alarmierung unterbricht den gerade gestarteten Videoabend. "Suchaktion in der Traunau nach vier vermissten Personen". Die Einsatzkräfte machen sich sofort auf den Weg zur Traunau, wo auch schon kurz darauf unsere Rettungshundestaffel eintrifft, die die Jugendlichen bei ihrem Einsatz unterstützt. Gemeinsame Gruppen mit Hundeführern und Feuerwehrmännern werden gebildet, welche sogleich in die verschiedensten Richtungen aufbrechen und die Suche aufnehmen. Nach rund zwei Stunden gerade rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit kann auch die letzte Person im weitläufigen Suchgebiet gefunden werden, die Teams können wieder einrücken. Da es schon spät Abends ist, ist Schlafenszeit angesagt, doch diese währte leider nicht lange.
"Verkehrsunfall – Person unter
Fahrzeug eingeklemmt" – hier konnten die Aktiven den Jugendlichen einen kleinen
Streich schlagen, aus noch unbekannter Quelle erfuhren die Jungs von einem
geplanten Brandeinsatz, welchen wir jedoch mit diesem technischen Einsatz
getauscht hatten. Am Einsatzort angekommen folgte zuerst ein für den jungen
Einsatzleiter ernüchterndes "Wo ist denn leicht das Feuer?", was bei den Aktiven
für so manches Gelächter sorgte. Schnell wurde jedoch klar, dass hier zwei
Personen in bzw. unter einem Fahrzeug eingeklemmt sind und befreit werden
müssen. Doch auch hier können sie die Aufgabe rasch lösen und beide Personen aus
ihrer misslichen Lage retten.
Mittlerweile ist es schon spätnachts, als man sich wieder auf sein Feldbett legen möchte, doch kurz darauf hecken die Aktiven einen erneuten Einsatz aus, welcher wie auch im realen Einsatz aufzeigen soll, dass nicht jeder Einsatz auch zwangsläufig ein echter Einsatz sein soll. Der Einsatz, ein "Brandmelderalarm in der Asphaltstockhalle" stellte sich an der Einsatzstelle als Täuschungsalarm heraus und war schon nach wenigen Minuten beendet.

Nun jedoch gab es eine lange
Ruhepause, die die Jungs auch schon zu Gute kam, denn schon um 06:30 Uhr früh
erfolgte die Alarmierung zu einem "PKW-Brand beim Jugendfeuerwehrhaus", jetzt
galt es wieder Schnelligkeit zu beweisen - raus aus dem Bett, in die Uniform und
auf's Fahrzeug. Am Einsatzort angekommen stand ein PKW in Vollbrand, sofort
starteten die Jugendlichen einen ersten Löschangriff und bauten zeitgleich die
Löschwasserversorgung auf. Alles klappte hier bereits mit großer
Professionalität, einige Minuten später war das Feuer bereits unter Kontrolle
und konnte mit den zwei C-Rohren infolge gänzlich abgelöscht werden.
Im der Feuerwehrzentrale wieder eingerückt stand für die Jungs bereits ein großes Frühstück bereit, an dem sie sich (noch nichtsahnend) für den finalen Einsatz stärken konnten.
Um 09:30 Uhr dann wiederum eine
Alarmierung, ein Böschungsbrand in der Traunau, welcher sich jedoch schon bei
der Anfahrt als sich ausdehnender Waldbrand zeigt. Jetzt sind alle Kräfte
gefordert, eine Löschwasserversorgung muss aufgebaut werden, zeitgleich jedoch
ein umfassender Löschangriff gestartet werden. Auch für den Einsatzleiter ist es
eine Herausforderung, muss er doch über alle Einsatzstellen den Überblick
behalten. Das Feuer wurde an mehreren Stellen durch Rauchbomben simuliert und
wurde im Verlauf des Einsatzes auch auf weitere Einsatzstellen ausgedehnt um
simulierte so die Ausbreitung des Feuers durch Funkenflug. Unsere Jugendlichen
hatten schon genug zu tun, als dann auch noch weitere Brandherde auftauchten und
weitere Löschleitungen aufgebaut bzw. verlegt werden mussten. Doch auch diese
Aufgaben haben sie mit Schnelligkeit und sichtbarer Freude erledigt. Nach rund
zwei Stunden war dann auch das letzte Feuer gelöscht, "Brand aus" war die
erfreuliche Nachricht, die durch die Funkgeräte kam. Eigentlich wollte man
zuletzt noch den Jungs die verschiedenen Strahlrohr-Typen im praktischen Einsatz
erklären, was jedoch (mit Absicht) in einer Wasserschlacht endete, als krönender
Abschluss dieses Seminars bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen
Temperaturen.

Wieder zurück im Feuerwehrhaus
wurden dann sämtliche Geräte gereinigt und wieder auf den Fahrzeugen verpackt
und die Ausrüstungsgegenstände wieder abgegeben, das "Feldlager" ebenso wieder
abgebaut.
Den offiziellen Abschluss fand das Trauner 24 Stunden Seminar bei einem gemütlichen Grill, diesmal ohne Einsatzunterbrechung…
Ein Danke gilt neben allen Teilnehmern vor allem dem Organisationsteam und den Jugendbetreuern von der FF Traun und FF Hörsching, die mit ihren vielseitigen Ideen dieses Seminar sicherlich wiederholungsreif machten.